Wie es funktioniert

Wie funktioniert ein Hydrokultur-System?

Hydroponik ist eine innovative Methode des Pflanzenanbaus, bei der keine Erde benötigt wird. Stattdessen wachsen die Pflanzen in einer wasserbasierten Nährlösung, die alle notwendigen Mineralien und Nährstoffe enthält. Dies ermöglicht ein effizienteres Wachstum und eine bessere Kontrolle der Anbaubedingungen.


Grundlegende Komponenten eines Hydroponik-Systems

1. Nährstofflösung

Die Basis des Systems ist eine speziell vorbereitete Nährstofflösung, die alle wichtigen Elemente wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium und Spurenelemente enthält. Die Pflanzen nehmen diese direkt über ihre Wurzeln auf.

2. Wasserbehälter

Ein Reservoir oder Tank wird verwendet, um die Nährstofflösung zu speichern. Es ist wichtig, dass dieser sauber und gut abgedichtet ist, um Verunreinigungen zu vermeiden.

3. Pflanzträger (Grow Medium)

Obwohl keine Erde benötigt wird, werden häufig Substrate wie Kokosfasern, Steinwolle, Perlit oder Tonkügelchen verwendet, um die Pflanzen zu stabilisieren und die Wurzeln zu schützen.

4. Luftpumpe und Sauerstoffversorgung

Sauerstoff ist für die Wurzeln entscheidend. Eine Luftpumpe und ein Luftstein sorgen dafür, dass die Nährstofflösung gut belüftet ist.

5. Wasserpumpe

Eine Wasserpumpe wird verwendet, um die Nährstofflösung durch das System zu zirkulieren und sicherzustellen, dass alle Pflanzen gleichmäßig versorgt werden.

6. Pflanzgefäße

Die Pflanzen werden in speziellen Netztöpfen oder -gefäßen gehalten, die es den Wurzeln ermöglichen, in die Nährstofflösung einzutauchen.

7. Lichtquelle

Wenn das System in Innenräumen verwendet wird, sind LED-Grow-Lichter oder andere künstliche Lichtquellen notwendig, um das natürliche Sonnenlicht zu ersetzen. Die Lichtintensität und der Zyklus (Tag/Nacht) sollten auf die jeweilige Pflanzenart abgestimmt werden.

8. pH- und EC-Meter

Der pH-Wert (ideal zwischen 5,5 und 6,5) und die elektrische Leitfähigkeit (EC) der Nährstofflösung müssen regelmäßig gemessen und angepasst werden, um optimale Bedingungen zu gewährleisten.


Verschiedene Arten von Hydroponik-Systemen

1. NFT (Nutrient Film Technique)
Ein dünner Nährstofffilm fließt durch schmale Kanäle, in denen die Pflanzenwurzeln liegen. Dieses System ist effizient und weit verbreitet.

2. Deep Water Culture (DWC)
Die Wurzeln hängen direkt in der Nährstofflösung, die kontinuierlich belüftet wird. Es ist einfach zu installieren und besonders für Anfänger geeignet.

3. Ebbe-und-Flut-System
Das Substrat wird regelmäßig mit Nährlösung überschwemmt und anschließend wieder abgelassen. Dies fördert den Sauerstoffaustausch.

4. Aeroponik
Die Pflanzenwurzeln hängen frei in der Luft und werden mit einer feinen Nährstofflösung besprüht. Dieses System bietet maximale Sauerstoffzufuhr und schnelles Wachstum.


Vorteile der Hydroponik

Schnelleres Pflanzenwachstum
Pflanzen wachsen bis zu 50 % schneller, da sie direkten Zugang zu Nährstoffen haben.

Platzsparend
Ideal für urbane Gebiete oder kleine Räume.

Wassereffizienz
Hydroponik verbraucht bis zu 90 % weniger Wasser als herkömmlicher Anbau. 

Kontrollierte Umgebung
Die Pflanzen sind weniger anfällig für Krankheiten, Schädlinge oder Wetterprobleme.


Was wird für den Start benötigt?

Ein Hydroponik-Set (inkl. Behälter, Pumpe, Pflanzträger)
Nährstofflösung (kann im Fachhandel gekauft oder selbst gemischt werden)
Substrat (z. B. Steinwolle, Tonkügelchen)
Grow-Lichter (für Innenanbau)
pH- und EC-Messgeräte
Pflanzensamen oder Setzlinge


Tipps für den Einstieg

Beginnen Sie mit einfachen Pflanzen wie Salat, Kräutern oder Spinat.
Überwachen Sie regelmäßig die pH-Werte und die Qualität der Nährstofflösung.
Achten Sie darauf, dass die Lichtzyklen den Bedürfnissen der Pflanzenart entsprechen.

Mit einem gut geplanten Hydroponik-System können Sie das ganze Jahr über frische, gesunde Pflanzen ernten – unabhängig von Boden- oder Wetterbedingungen!